
Karin Frank ist in einer Selbstversorger-Siedlung der Nachkriegszeit am Stadtrand von Stuttgart in Baden-Württemberg aufgewachsen. Gemüse- und Obstgärten in natürlicher Fülle sowie das selbstverständliche nachbarschaftliche Teilen von Überschuss-Ernten prägten ihre Kindheit. Mit dem Aufkommen der ersten Mini-Supermärkte verschwanden viele dieser Gärten zunehmend unter Rasen und Beton. Dass Lebensmittel nicht einfach vorhanden sind, sondern aktiv erzeugt werden müssen, wurde mir erst im späteren eigenständigen Leben voll bewusst.
Ihre Jugend verbrachte sie überwiegend auf landwirtschaftlichen Höfen, unter anderem wegen der Pferde. Diese Zeit führte mich nach Tirol, in den Schwarzwald sowie auf einen bewusst abgelegenen Versuchshof der Universität Hohenheim auf der Schwäbischen Alb – ein paradiesisches Kleinod mit tiefen Einblicken in Landwirtschaft, Praxis und Versuchsarbeit.
Das Pendeln zwischen Stadtleben und intensivem Landleben erwies sich auf Dauer als belastend. Bereits mit 20 Jahren entschied sie sich für eine – damals lebenslang gedachte – Aussteigerphase und lebte mehrere Monate im Gärtnerhof-Modell des Vereins Boden und Gesundheit am Wacholderhof im Schwäbischen Wald unter der Leitung von Wolfgang von Haller. Auch Pioniere wie die Mischkultur-Entwicklerin Gertrud Franck waren mit diesem Umfeld verbunden. Obwohl diese Lebensphase nur kurz dauerte, vermittelte sie Erfahrungen und Erkenntnisse, die für ein ganzes Leben reichen.
Ergänzend absolvierte Karin Frank eine mehrjährige Ausbildung in Radiästhesie und Geomantie. Anschließend führte sie ihr Lebensweg in den bayerischen Chiemgau, wo sie seit Jahrzehnten lebt. Eine längere Familienphase mit Kindern, Hausbau und Beruf ließ alternative Lebens- und Wirtschaftsmodelle zeitweise in den Hintergrund treten.
Ab 2007 lebten praktische Alternativen wieder auf, insbesondere durch das Lebensfeld Jaksch, ein bayerisches Pionierprojekt solidarischer Landwirtschaft, in dem ein Bauer gemeinsam mit bis zu 150 Verbrauchern Lebensmittel erzeugte. Parallel sammelte Karin Erfahrungen in weiteren kleineren Garten- und Gemeinschaftsprojekten.
Obwohl sie früh von der Permakultur gehört hatte, absolvierte sie ihre Ausbildung erst 2009 bei Christoff Schneider auf dem Waldgartenhof von Bernhard Gruber in Oberösterreich. Von 2011 bis 2013 organisierte sie den zweiwöchentlichen Stammtisch "Es geht auch anders" im AFC – Autarkie Forum Chiemsee, bei dem alternative Lebens- und Wirtschaftsmodelle vorgestellt und diskutiert wurden.
2014 ergab sich ein weiterer, ungeplanter Lebensweg: Teilnehmer des Lebensfeld Jaksch baten Karin um Unterstützung beim Aufbau eigener Projekte. Aus ursprünglich wenigen Monaten Begleitung entwickelte sich ein intensives Jahr und in der Folge eine bis heute andauernde Tätigkeit. Seitdem plant, entwickelt und begleitet sie jährlich rund zehn Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen.
Aufgrund dieses hohen Engagements verließ Karin nach acht Jahren das Lebensfeld Jaksch; auch für den arbeitsintensiven AFC-Stammtisch blieb kein zeitlicher Raum mehr. Für sie hatte und hat die praktische Umsetzung stets Vorrang vor Theorie und Diskussion.
Planung zählt zu ihren zentralen Lebenskompetenzen. Schon als Kind entwarf Karin funktionale Räume, Häuser und Gehöfte. Ihr erlernter Beruf als Technische Zeichnerin – noch vor der Computerzeit – schulte sie im vorausschauenden, präzisen Arbeiten. Beruflich war sie überwiegend im Bauwesen tätig, in Architektur sowie international im Innenausbau, wobei ergonomisches Denken eine wichtige Rolle spielte.
Diese Grundlagen fließen heute direkt in die Garten- und Landschaftsplanungen ein. Pflanzen, Bäume und Bodenaufbau lassen sich nicht beliebig verändern oder versetzen – nachhaltige Planung ist entscheidend. Seit 2014 arbeitet Karin Frank selbstständig als Garten- und Landschaftsplanerin mit Schwerpunkt auf naturnahen, zeitsparenden und kostengünstigen Gartensystemen.
Ein besonderer Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Hügelkultur, die sie als Expertin standortangepasst, praxiserprobt und langfristig stabil umsetzt – auch in kleinen Gärten und Ungunstlagen. Ziel der Arbeit ist es, Menschen zu ermöglichen, neben Beruf und Familie erfolgreich, nachhaltig und mit Freude zu gärtnern.
Ihre Arbeit folgt dem Grundsatz: Nur wenn wir mit der Natur arbeiten statt über sie hinweg, entstehen tragfähige, lebendige und dauerhaft funktionierende Systeme.
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